Most Wanted

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Der Alte Mann und das Meer


Er ist weg.

Nicht ganz, nicht für immer. Nur für drei lange Wochen. Im Urlaub mit der Familie. Das schließt mich naturgemäß aus. Die Zeiten, in denen es gesellschaftlich akzeptiert war, die Mätresse mit auf offizielle Reisen zu nehmen, gehören in eine andere Epoche. Eine in allem schlechtere Epoche natürlich.

Wie dem auch sei...

Er ist nicht da. Und er fehlt mir. Jetzt müsste ich vermutlich schreiben, dass er mir vor Allem als Mensch fehlt. Seine Anwesenheit und Nähe, seine Präsenz, seine Aufmerksamkeit und Zuneigung. Die Gespräche, das gemeinsame Lachen.

Ja, natürlich fehlt er mir so.

Aber abgesehen von den Wochen, die ich im späten Frühjahr mit COVID gekämpft habe, ist es glaube ich jetzt seit über einem Jahr her, dass ich nicht wenigstens einmal pro Woche den Po versohlt bekommen habe, auch wenn es öfters nur ein paar zärtliche Klapse waren. Trotzdem. Es fühlt sich weird an. Und es fühlt sich falsch an!

Es fehlt mir. Es fehlt mir, geschimpft und bestraft zu werden, und anschließend gehalten und getröstet. Es fehlt mir mehr als der Sex. Und der fehlt mir schon mehr als das tolle gemeinsame Lachen und Reden.



Ich habe es mir heute selbst gemacht. Mit Haarbürste, Paddle und ein bisschen Rohrstock. Und mit Zauberstab, Dildo und Plug.

Mit dem Gesicht in "seinem" Kopfkissen, das noch etwas von seinem Duft bewahren konnte. 

Zu sagen, es wäre kein guter Orgasmus dabei rumgekommen, wäre gelogen. Es waren derer drei, und alle waren sie intensiv.


Aber es ist nicht das Gleiche!


Er fehlt mir. Mir fehlt seine Hand auf meinem Po und sein Schwanz in meinem Mund und meiner Pussy.



Grrrrrrrr!




Ob ich Selfies von meinem roten Po gemacht habe, und sie ihm heute Nacht schicken werde? Was denkt Ihr denn von mir? Er ist da mit Frau und (erwachsenen) Kindern im Urlaub, und die wissen nichts von mir.

Also ja, natürlich werde ich sie ihm schicken.


Die Spankings fehlen mir. Sorgen wir mal dafür, dass das erste, wenn er wieder da ist, sich dann aber mal so richtig lohnt.
















Der Alte Mann und die Queen of Naughty

Ich fühle mich heute wie die Königin von Naughty.

Gerade stehe ich vor dem Spiegel und betrachte die langsam verblassenden Spuren von Rohrstock und Gerte auf meinem Po. Sie sind vor drei Tagen entstanden. In dem härtesten Spanking, das ich in meinem kurzen Spanking-Leben bisher bekommen habe, und das weit über alles hinaus ging, was ich mir vor einem Monat hätte vorstellen können. Bericht über diesen ereignisreichen Abend und meine Gefühle am nächsten Tag, werde ich demnächst nachreichen.

Bestraft hat mich natürlich Der Alte Mann. Ein Mann, mit dem ich seit einigen Wochen jetzt eine feste D/s-Beziehung führe, die sich schon fast normal anfühlt. Obwohl er mit einer anderen verheiratet ist. Was bedeutet, ich bin Teil einer heimlichen, ehebrecherischen Affäre. Das ist in meiner Welt eigentlich immer noch eine Ungehörigkeit. Aber das hatten wir schon an anderer Stelle. Ich lerne, damit klar zu kommen, und den ganz eigenen Reiz dieser Situation anzunehmen.


Gestern bin ich aus Gründen in einer engen Radlerhose und einem Top ohne Unterwäsche drunter mit dem Rad zum Einkaufen in den Supermarkt gefahren. Eine enge, nahtlose Radlerhose aus dünnem Stoff. So dünn, dass sich Teile der weiblichen Anatomie detailliert sichtbar abzeichnen, die selbst manch verheirateter Mann nicht oft von Nahem zu sehen bekommt.

Ich habe in der Gemüseabteilung mit Salatgurken herumgespielt und anschließend vor dem Supermarkt ein Stil-Eis ziemlich unzüchtig gelutscht.

Ermutigt dazu wurde ich von heißen Chats mit der Person, die mich schon in die Arme (und übers Knie) des Alten Mannes geschubst hat. Ich habe sie online kennen gelernt. Und seit einiger Zeit dominiere ich sie online per Chat. Dort ist sie meine versaute kleine Zofe, ich ihre grausame, ebenso versaute Herrin. Auch das hat mir völlig neue Seiten an mir gezeigt. Ich bin kreativ sadistisch und demütigend, obwohl ich immer dachte, dass Degrading gar nicht meine Welt ist. 

Ja, das dachte ich übrigens auch über Exhibitionismus.

Und dann haben wir angefangen, dass ich ihr Kleidungsvorschriften mache, wenn sie raus geht. Und die Outfits wurden immer offenherziger. Ich hatte sie gestern in einem ähnlich sexy Aufzug los geschickt, Gurken kaufen. Und die Vorstellung gefiel mir so sehr, dass ich dieses Gefühl einmal selbst erleben wollte.


Der Punkt ist denke ich, viele Jahre lang hatte ich mich mit meinen Kinks allein innerhalb der Mauern meines eigenen Kopfes auseinandergesetzt. Zu abartig, zu weit entfernt von Allem, an das ich geglaubt habe, waren diese Fantasien. So konnte und wollte ich mich nicht sehen. Oder zumindest nicht sehen lassen....

Irgendwann hab ich dann den Mut gefasst, mich vorsichtig aus dem Turm heraus zu wagen. Das war so ungefähr vor einem bis zwe Jahren, ermuntert von diesem einen sehr wichtigen Menschen, ich nenne ihn hier Den Alten Mann. Ihm gegenüber werde ich mich natürlich hüten, ihn so anzusprechen.

Ah so, der? Ja. der. 


Das mündete dann in der Folge allerdings in einer Katastrophe epischen Ausmaßes: Die Trennung von meinem langjährigen Freund und damit dem Umsturz vieler liebgewordener Gewissheiten. Eine Trennung bringt immer auch eine Neuorganisation der Lebenssituation mit sich. Auch was den Freundeskreis angeht. Und dann kam auch noch der Lockdown. Ich war ernsthaft zerstört.

Wieder zog sich meine Kink-Persönlichkeit hinter die nun neu und noch höher und stärker errichteten Mauern zurück. Schloss sich sogar für eine Weile im Keller ein. Raus aus dem Bewusstsein.

Dort blieb es eine ganze Weile. Bis es langsam wieder anfing, sich zumindest in Form von Worten nach draußen zu wagen.

Wo es wieder auf Tuchfühlung mit dem Alten Mann ging. Denn jetzt hatte ich erkannt, dass er nicht nur ein wichtiger Mensch in meinem Leben ist, sondern dass er derjenige wäre, mit dem ich mir vorstellen konnte, diese Seite in mir wirklich zuzulassen.

Nur gibt es da eben das Problem, dass der Alte Mann nicht frei ist.

Darum blieb ich immer noch defensiv. Verschanzt hinter Zinnen und Türmen. Ein Schritt vor, zwei zurück.

Bis...


Nun, bis eine neue wichtige Person in mein Leben trat. Online. Die der unsicheren Kinky-Lisi in dem Moment, wo sie schon fast aufgeben wollte, einen sanften Schubs in die richtige Richtung gegeben hat.

Und dieses mal bin ich entgegen jeder Erwartung weich gelandet. Der Alte Mann ist nun ein Teil meines Lebens. Live und in Farbe.

Und wie so oft, wenn sich aufgestauter Druck plötzlich entlädt, gibt es eine regelrechte Explosion. 

So auch bei mir.


Und jetzt, wo ich entfesselt bin (metaphorisch, nicht buchstäblich, da sieht es manchmal anders aus), passieren so viele Dinge gleichzeitig. Ich erlebe beinahe jeden Tag neue aufregende Abenteuer, ich entdecke neue, ungeahnte Seiten an mir. Mein Kinky-Ich ist so viel größer und komplexer und bunter und wunderbarer, als ich immer dachte, jetzt wo es sich endlich frei von seinen Mauern entfalten kann.

Bisher bin ich davon ausgegangen, ich habe ein paar ganz klare Vorlieben und die entsprechenden Vorstellungen und Fantasien dazu. Und das alles passt in eine kleine Kiste mit ein paar Labels.


Ja. Und heute wie gesagt bin ich die Königin von Naughty.

Gestern, in dem gewagten Aufzug in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein, das hat mich nämlich wahnsinnig erregt. Ich habe ihm davon erzählt. Er war etwas schockiert (Wegen der Provokationen, da ich Umstehende ungefragt zu Mitspielern meiner Kinks mache), aber er meinte auch, er wäre gerne dabei gewesen, weil er mich gerne so gesehen hätte (und mehr). Ich nehme an, da zeichnet sich ein Radlerhosen-Spanking ab in nächster Zeit. 

So kribbelnd das Erlebnis gestern war, der Gedanke, mich ihm in einem Outfit zu präsentieren, das so sexy ist dass er seine Erregung kaum beherrschen kann, ist der Oberkick. Der sorgt für ein süßes Summen in meiner Pussy. Je mehr ich darüber nachdenke, desto heftiger! Ihn mit meinen Outfits zu reizen, das habe ich schon etwas ausprobiert in den letzten Wochen, doch das war immer auf seine Besuche in meinen vier Wänden beschränkt. In die Öffentlichkeit getraut habe ich mich damit noch nie.

Aber heute mittag sind wir in der Stadt zum Mittagessen verabredet. Er hat eine verlängerte Mittagspause und ich habe Zeit. Und ich habe mich entsprechend heraus geputzt. Das Wetter hat sich verändert. Es hat deutlich abgekühlt. Das gibt mir die Chance, einmal etwas anderes auszuprobieren als ultra-kurze Shorts oder Röcke. Was inzwischen ja eh einen Teil seiner Wirkung verliert, da es zum völlig normalen Straßenbild gehört.

Bevor ich zu meinem Outfit von heute komme, noch eine Anmerkung zu mir. Ich bin an sich jemand, die es bequem und natürlich mag. In der Regel trage ich einen Stil, den ich am Ehesten als sporty-casual bezeichnen würde. Wenn ich sexy sein möchte, verlasse ich mich stark auf das Zeigen meiner natürlichen Reize. Auch wenn meine Brüste etwas kleiner sind, als ich es gerne hätte, ist meine Figur ausgesprochen vorzeigbar. Ich bin hochgewachsen, sportlich schlank. Ich habe einen knackigen Po, eine schmale Taille und weibliche Hüften. Was ich dann mit figurbetont geschnittener Kleidung unterstreiche. Enge Tops, Girlie-Shirts usw. Besonders stolz bin ich auf meine Beine. Die zeige ich gerne. Lang, schlank, trainiert und braun gebrannt. Ich pflege sie auch entsprechend. 

Was eher nicht meins ist, sind Klamotten, die einen needy aussehen lassen. Also die klar als sexuelle Reize aussendend interpretiert werden können. In der Regel. Ab und zu gibt es Ausnahmen. Beim Feiern manchmal.

Was heißt, ich bin im Sommer so der Typ: Top, Shorts, Sneakers. 

Meine Haare trage ich fast immer als Pferdeschwanz. Manchmal hochgewickelt. Praktisch halt. Auch schminken tu ich mich eher dezent.

Und so kennen mich die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen aus dem Job und von der Uni. Und nur so. Bisschen Nerd, bisschen Streberin, recht sportlich, immer gut organisiert und vernünftig und ziemlich brav. Das ist durchaus ein Image, das ich gerne pflege. Dazu gehört auch, dass man zwar manchmal beim Feiern etwas wild werden darf, aber wirklich wild, wird man, wenn überhaupt, zuhause mit dem festen Freund. Natürlich nicht zu wild. 


Der Alte Mann hingegen hat einen recht ausgeprägten Fetisch für bestimmte Arten von Klamotten. Klamotten, die eine starke sexuelle Symbolik ausstrahlen. Netzstrümpfe, Strapse, Corsagen, Lack und Leder etc.

Ich konnte das in den Monaten, in denen wir uns überwiegend textlich auseinandergesetzt haben, nie nachvollziehen. Das war ein Teil seines Kopfkinos, das ich nicht teile. 

Ihr erinnert euch, wie ich vorhin erzählt habe, wie die Dinge sich ändern? 

Eine meiner erotischen Fantasien der letzten Tage war, wie ich mit ihm in einem Wäscheladen bin, wo er mir das ganze Programm kauft. Während ich mich bei der Anprobe von einer Verkäuferin helfen lassen muss. Und mir dann plötzlich einfällt, dass auf meinem Po noch deutlich die Striemen meiner letzten Bestrafung sichtbar sind. Was dann zu Neckerei und Trotz führt, wofür ich letztlich wieder quer über seinen Knien lande.

Von dieser Fantasie werde ich ihm heute beim Mittagessen erzählen, übrigens.

Jedenfalls entdecke ich langsam einen Reiz an solchen Klamotten, denn sie lassen mich noch sexier für ihn erscheinen. Weil es mich horny macht, zu sehen, wie er meinetwegen horny wird. Und es ist eine Befriedigung für mich als seine Sub, mich für ihn so sexy zu kleiden, wie er es liebt. Und wenn das bedeutet, ich muss nuttige Reizwäsche für ihn tragen, dann trägt das nur noch mehr zu meinem Gefühl der Unterwerfung und des Ausgeliefertseins bei.


O.k. Nach diesem Abschweifen kommen wir jetzt endlich zum heutigen Queen-Of-Naughty-Outfit.

Ich habe mir einmal für eine Motto-Party eine günstige Kunstlederhose gekauft. Der Stoff ist schwarz und glänzend. Fast wie Lack. Vom Schnitt her entspricht sie einem Boot-Cut. Extrem niedrige Hüft-Linie, hauteng bis knapp unterhalb der Knie, wo sie dann gerade fällt, um Platz für Stiefel zu bieten. Ich liebe diesen Schnitt an Hosen. 

Der Bund sitzt so tief auf der Hüfte, dass oben der schwarze Tanga, den ich darunter trage, frech heraus schaut. Was man beim Sitzen gut sehen kann, wie mir eine Kommilitonin später fürsorglich mitteilen wird. Mir und allen anderen im Raum.

Ich besitze genau ein Paar Schuhe mit Absätzen. Das habe ich mir damals für den Abiball gekauft. Schwarze Sandaletten mit 5cm Pfennig-Absatz. Wir haben in der Jugend als gute GNTM-Fans das Laufen auf Absätzen ausgiebig geübt. Ich kann's noch, wie ich fest stelle. Aber anstrengend ist es. Zum Glück werde ich mich hauptsächlich per Bus und S-Bahn fortbewegen.

Obenrum trage ich eine olivgrüne, taillierte Bluse in Military-Optik. Die kann ich nur im Sommer tragen, wenn ich braun bin. Im Winter lässt die Farbe meine Haut gelb wirken. Der Clou an dem Teil ist, dass am Ausschnitt eine Applikation aus schwarzem Netzstoff eingearbeitet ist, und dass Ärmel und Ausschnitt zudem mit schwarzer Spitze verziert sind. Der Netzstoff gewährt einiges an Einblick, darum trage ich meinen schönsten BH drunter. Ebenfalls schwarz mit Spitze. Zudem Push-Up. Bläst meine Boobs optisch auf solide C-Körbchen auf.

Und zu so einem Outfit muss man sich aufbretzeln. Also schminke ich mich etwas mehr als sonst, und mach mir die Haare schön. Und als Tüpfelchen habe ich mir die Finger- und Zehennägel tiefrot lackiert. In so einer peinlichen PinUp-Farbe.

Ich freue mich schon auf seinen Blick später im Café. Allerdings muss ich zuerst das doofe Lerngruppentreffen überleben.


Auch komisch. Eigentlich sollte ich mich freuen. Die durch Corona bedingte Online-Uni zehrt wirklich an meiner emotionalen Gesundheit. Und endlich kann ich die Menschen wieder in Personae treffen. Seit Monaten sehne ich diesen Augenblick herbei.

Aber jetzt ist es bloß noch ein nerviger Termin auf dem Weg zu meinem Alten Mann, den ich irgendwie hinter mich kriegen muss.

Ich kann nicht sagen, dass meine „Typveränderung“ unbemerkt oder unkommentiert bliebe. Wir sind zu sechst. Die Tutorin. Zwei Kommilitoninnen, zwei Kommilitonen und ich. Vier Frauen, zwei Männer. Die Jungs sind eindeutig besser darin, mich nicht allzu offensichtlich anzustarren. Die Tutorin, muss ich sagen, ist professionell.

Dann sind da noch die beiden Mädels. F und K. Mit F. bin ich sowas wie befreundet. Von ihr kommen dann auch die meisten Kommentare. Ob ich noch was vor habe? Ob irgendwo ein geheimer Mittags-Rave wäre, von dem sie nichts wüsste. Ob ich einen neuen Weg gefunden habe, mein Studium zu finanzieren. Statt mit Kindern spielen, jetzt mit Männern? Sie ist auch die, die mich laut darauf hin weist, dass man meinen Tanga sehen kann, wenn ich mich hinsetze. So, dass es alle wissen.

Aber gut, ich werte das mal als freundschaftliches Necken. Ich grinse es einfach weg. K. hingegen sagt nichts. Zumindest nicht mit Worten. Mit den Blicken hingegen...

Immerhin nach ca. 20 min ist mein Outfit kein Thema mehr und wir können uns auf die Orga der Lerngruppe konzentrieren. Komischerweise wollen beide Jungs bei der Partnerarbeit mit mir zusammen arbeiten. Offenbar lässt mein Outfit mich schlau aussehen. Schlauer als die Streberinnen-Lisa, die früher deutlich weniger beliebt war für Partnerarbeiten. Pech für sie, dass F. meine feste Partnerin ist für Unikram. 

Nach 90 Minuten habe ich es dann hinter mich gebracht. Auf zur S-Bahn. Nur F. will mich nicht so schnell gehen lassen. Noch auf einen Kaffee? Also muss ich ihr wohl sagen, dass ich eine Verabredung in Nürnberg habe. Ja, mit einem Mann. Ihr Blick? Unbezahlbar. Mehr Details bekommt sie nicht. Ich sehe aber, dass es in ihr arbeitet. Warum weiß man nichts von Lisas „Neuem“?

Ich verspreche ihr, sie demnächst mal zu treffen und auf den neuesten Stand zu bringen. Das ist gut, bis da hin kann ich mir auch überlegen, wie viel ich ihr erzähle. So eng befreundet sind wir nämlich auch wieder nicht. Und ich finde die Vorstellung, dass es dann das halbe Semester weiß, auch weniger prickelnd.

Aber das erinnert mich daran, wie gut es ist, dass wir uns in Nürnberg treffen werden. 


Die S-Bahn ist nicht klimatisiert. Natürlich nicht. Ist schließlich nur eine S-Bahn. Langsam wird es wärmer. Und ich fange an, mich zu fragen, ob Kunstleder wirklich die optimale Wahl war. 

Auf der anderen Seite spüre ich die Blicke auf mir. Die Blicke auf meine Schuhe. Die Blicke auf meine Hose. Die Blicke auf meinen Arsch. Die Blicke auf meine Brüste.

Manche sind heimlich und verstohlen. Manche auch ganz offen. Und fast kann ich sie hören, die Gedanken und heimlichen Sehnsüchte hinter diesen Blicken.

In Nürnberg ist es voll. Wirklich. Die Fußgängerzone platzt aus allen Nähten. Er hat uns einen Tisch in einem Café mit Blick auf den Fluss besorgt. Westlich der Hauptachse. Ich stöckele also über das Pflaster an der Lorenzkirche vorbei, die Kaiserstraße entlang. Und nehme aus den Augenwinkeln wahr, wie Passanten sich nach mir umdrehen. Und Passantinnen ebenfalls.


Ich weiß ja nicht, ich nehme an, früher wäre mir das unangenehm gewesen. Ich hätte mich vermutlich dabei geschämt, so unverhohlen angegafft zu werden. Natürlich kenne ich es, dass sich vor Allem immer wieder mal Männer nach mir umdrehen.

Aber es ist ein anderes Umdrehen, es sind andere Blicke. Meine glänzende Hose, die wirkt wie auf die Haut gemalt, meine Schuhe, mein Gang... Das Alles scheint die Leute beinahe zu hypnotisieren. 

Ich denke mir zwischenzeitlich, dass ich es mir nur einbilde. Aber nein, es fällt schon auf.

Und zu meiner Überraschung fühlt es sich sehr, nunja – unartig an. Auf eine gute Art. Und heiß. Und ich merke beim Laufen, dass es nicht ohne Wirkung auf mich bleibt.

Und wenn das nicht gereicht hätte, mir die Sicherheit bezüglich meiner Outfit-Wahl zurück zu geben, dann hätte es sein Gesicht getan, als er mich im Café auf seinen Tisch zukommen sieht. Freudig überrascht mit einem sehr begehrlichen Subtext würde ich seinen Ausdruck beschreiben.

Ich setze mich, und bestelle mir einen Salat. Er gönnt sich ne Pizza.


Das Lustige ist, geht mir gerade durch den Kopf, als wir ganz normale alltägliche Konversation betreiben, dass man uns so nebeneinander normal für alles Mögliche halten könnte. Kollege/Kollegin, Vater/Tochter, Bekannter/Bekannte. Und natürlich auch für einen älteren Mann mit einer jüngeren Frau. Und er ist ja der Held darin, eine Illusion von Normalität und emotionaler Unverbindlichkeit aufrecht zu halten, was unser Verhältnis angeht. Er hat mich jedenfalls nicht wie seine Freundin oder seine Liebhaberin begrüßt.

Mein Outfit allerdings torpediert das ziemlich effektiv. Und ja ich finde das lustig. Ich würde nicht sagen, dass es ihm unangenehm ist, aber es nimmt ihm etwas von seiner Kontrolle weg. Natürlich war das auch mit einer meiner Gründe, mich heute für ihn so anzuziehen.

So ist klar: Wir sind keine Kollegen. Wir sind nicht Vater und Tochter. Aber womöglich sind wir sogar so etwas wie Escort und Kunde.

Und damit er das nicht vergisst, erinnere ich ihn daran. Ich flirte schamlos. Spiele mit meinen Haaren, während ich ihn anschaue, berühre ihn so oft es geht, unverfänglich an Arm, Schulter oder Hand. Lache übertrieben über seine Witze. Die Nummer halt. So, dass es auffällt um uns herum. 

Und unauffällig berühre ich ihn auch bei passender Gelegenheit alles andere als unverfänglich unterm Tisch. Dazu necke ich ihn. Mache Andeutungen, verwende eindeutig zweideutige Formulierungen im Gespräch. 

Er grinst nur. Aber ich sehe, dass in seinem Gehirn etwas arbeitet. Als wir mit dem Essen fertig sind, schlägt er statt Kaffee einen kleinen Spaziergang vor. Wer bin ich, dem zu widersprechen?


Er führt mich auf Wegen, die ich nicht kenne, aus der Stadt heraus, bis wir uns wieder am Fluss wiederfinden. Hier gibt es einen kleinen Park. Unter einer Brücke hindurch geht es, und dann abseits der geteerten/geschotterten Wege. Was es mir nicht eben leicht macht, ihm zu folgen auf meinen Absätzen. Zum Glück ist der Boden trocken und hart gebacken. Ich hoffe, ich ruiniere meine Schuhe nicht völlig.

Und dann stehen wir völlig allein in einem kleinen, versteckten Wäldchen, rings herum Gebüsch. Er grinst mich triumphierend an.

„Böses Mädchen“, sagt er nur, „dass du mich so schamlos versuchst, aufzugeilen. Dafür werde ich dich bestrafen!“

Ich sehe fasziniert zu, wie er sich ohne mit der Wimper zu zucken, einen frischen fingerdicken (Meine Finger, nicht seine) Ast von einem Strauch abtrennt. Es pfeift fies und gemein, als er das dünne elastische Ding durch die Luft schwingt. Sofort spüre ich eine Gänsehaut meinen Rücken und meine Arme hinauf kriechen.

„Beuge dich vor, unartiges Mädchen!“

Da ich nicht sofort reagiere, packt er mich nicht unsanft im Genick und drückt mich vornüber. Und bevor ich protestieren kann, pfeift die Rute durch die Luft und klatscht mir auf den Po. 

Es ist keine Lederhose. Es ist ein dünner Kunststoff in Lackleder-Optik. Außen glatt, innen gewebt. Und die Hose sitzt eng wie eine zweite Haut. Was ich damit sagen will: ich spüre diese Hiebe ordentlich, auch durch den Stoff der Hose hindurch.

Er hat mich nicht aufgewärmt. Weder durch leichtere Schläge davor noch groß verbal durch Drohungen und Beschreibungen der anstehenden Strafe, die mir blüht.

Insofern zieht es ganz ordentlich. Auf der anderen Seite bin ich ich in diesem Outfit durch die Fußgängerzone gestöckelt bin, latent erregt, und seit der Interaktion im Café sogar ganz offensichtlich. Das macht es mir möglich, mehr Schmerz auszuhalten und auch zu genießen.

Es löst also zwiespältige Gefühle aus, aber nur kurz. Nach drei oder vier Rutenhieben bin ich voll im Bann des Lustschmerzes gefangen. Ich seufze wohlig. Ich recke ihm mein Becken entgegen und lasse es kreisen.

Diese Aufforderung bleibt nicht unerfüllt. Ich zähle nicht mit. Aber so 20 werden es wohl gewesen sein, bevor er innehält.

„So, jetzt, wo ich deine Aufmerksamkeit habe, schau dir an, was du mit mir gemacht hast!“

Seine Hand, immer noch in meinem Nacken, dirigiert mich in eine Haltung vor ihm kniend auf dem staubigen Waldboden. Mit dem Gesicht ziemlich direkt auf Höhe seines Schrittes. Und nur wenige zehn cm davon entfernt. Und ja, ich kann durchaus sehen, was er meint. Da ist eine gewaltige Ausbeulung vorne in seiner Jeans.

„Los, schau nach, was du da angerichtet hast!“

Er hat immer noch seine Hand in meinem Nacken, die andere hält weiterhin die Rute. Ich fahre ihm einmal mit der Handfläche vorne über die Beule in der Hose. Dann befreie ich ihn aus seinem Gefängnis. Als ich ihm den Reißverschluss öffne, springt mir hart und bereit sein Schwanz entgegen. Ein leichter Druck in meinem Nacken. Die Aufforderung ist unmissverständlich. Und was soll ich sagen, ich freue mich schon seit dem Aufstehen darauf! Sein Schwanz verschwindet zwischen meinen Lippen. Und dann machen Zunge, Hände, Lippen und die Bewegung meines Kopfes und seines Beckens ihren Job. 

Ich habe oft genug erwähnt, denke ich, dass ich Blowjobs liebe. Bei ihm ist allerdings immer dieser kleine unschöne Missklang in meinem Hinterkopf. Du schaffst es nicht! Auch das habe ich schon erzählt: Er hat manchmal Probleme, sich beim Oralsex genug zu entspannen, um kommen zu können. Das ist immer sehr frustrierend für mich.

Aber dieses Mal haben wir keine Probleme. Ich lutsche und massiere ihn zielsicher in drei oder vier Minuten zum Höhepunkt. Er kommt unerwartet ziemlich heftig. Ich mag das eigentlich, wenn die Typen beim Blasen sichtbar heftig kommen. Aber hier im Wald bin ich etwas überfordert mit der Menge. Ich denke trotzdem, ich hab alles aufgefangen und schlucken können.

Normal bin ich nach einem erfolgreichen Blowjob auch auf eine Art glücklich, wie ich es kurz nach einem eigenen Orgasmus bin. Leider weiß ich, dass ich ihn ein paar Tage nicht sehen werde können. Darum hoffe ich, dass er mich auch noch auf meine Kosten kommen lässt. Allerdings hab ich vergessen, Kondome einzupacken. Und er hat sicher keine einstecken, wenn er von der Arbeit kommt. Zudem denke ich, dass er nach einem Blowjob wie diesem eh einige Zeit brauchen wird, bis er wieder einsatzfähig ist.

Ich knie immer noch vor ihm, ihn mit fragendem Blick von unten zu ihm hoch ansehend, als er seinen Schwanz wieder einpackt. 


Er grinst wieder dieses fiese, überlegene Grinsen.

„Steh auf, Lisi, ich bin noch nicht mit dir fertig!“

Kaum stehe ich vor ihm, zischt die Rute wieder auf meinen Po. Er packt mich, zieht mich zu sich her. Nimmt mich in den Arm, küsst mich auf den Mund. Ich liebe das. Es zeigt mir, dass es mich in seinen Augen nicht eklig macht, wenn ich seinen Schwanz im Mund habe.

Während ich mich an ihn kuschele und meinen Kopf gegen den Stoff seines T-Shirts presse, spüre ich plötzlich seine Hände am Bund meiner Hose, dann ein kurzes Ziehen und als nächstes kühle Luft auf meinem Po. Er hat mir einfach die Hose herunter gezogen! Ich stehe im knappen String vor ihm.

„Ich sag doch, ich bin nicht fertig mit dir! Streck den süßen Arsch schön raus für mich, böses Mädchen!“

Und wieder höre ich es zischen und klatschen. Und ja, auf der nackten Haut zwickt die Rute bedeutend heftiger.

Er dreht sich etwas seitlich. 

„Lass mich nicht los. Deine Arme bleiben um mich geschlungen, hörst du?!“, weist er mich an. 

Seine freie Hand fährt an meinem Bauch entlang nach unten, vorne in mein Höschen. Seine Finger finden meine feuchte Spalte und dort bleiben sie Liegen. Mit zwei Fingern teilt er meine Lippen. Die bösen Finger liegen jetzt am Eingang meiner Pussy und direkt auf meiner Clit. Er beginnt leicht Druck auszuüben. Ich gebe ihm nach, was meinen Po nach hinten noch weiter heraus streckt. Ich halte mich weiterhin an ihm fest, mein Gesicht an seiner Brust. Ich atme seinen Duft, und ein Kribbeln durchfährt mich.

Da beginnt er vorsichtig seine Hand an meiner Pussy zu bewegen. Als ich glücklich seufze, trifft mich die Rute am Po.

„So, du unartiges Mädchen, du sollst auch deinen Orgasmus haben, aber du wirst ihn teuer bezahlen.“

Nicht zu fest, aber so, dass ich es schon deutlich spüre, beginnt die Rute wieder auf meinen Po zu klatschen. Und im Takt dazu verwöhnen mich seine Finger. Die Schläge werden strenger. Der Lustschmerz zusammen mit seinen verwöhnenden Fingern, das ist eine bittersüße Mischung, die ich nicht lange durchhalte. 


Ich komme sehr selten im Stehen. Und ich finde es nicht besonders angenehm normal, weil ich beim Orgasmus die Balance nicht mehr halten kann. Meine Beine knicken ein. Mein Gleichgewichtssinn schaltet sich ab.

Aber fest an ihn geklammert, lasse ich mich stehend fallen. Trotz der hohen Absätze. Und es ist ziemlich krass. Die Mischung aus dem halböffentlichen Ort, seinem Duft in der Nase, seinem Geschmack in meinem Mund, seinen Fingern an meiner Clit und dann noch den Rutenhieben. Holy Shit.

Nur schade, dass er mich nicht gefickt hat. Ich werde das Gefühl seines schönen dicken harten Schwanzes in mir den ganzen Heimweg vermissen. Es ist nämlich schon Zwanzig vor Zwei. Er muss sofort los. Ich bringe mein Gesicht und meine Haare kurz notdürftig vor der Handy-Kamera in Ordnung. Dann klopfe ich mir den Staub von den Hosenbeinen. Und schon sind wir wieder unterwegs. Mehrfach muss er mich stützen auf dem Weg. Meine Beine sind immer noch wackelig.


Er steigt an der Haltestelle Lorenzkirche in die U-Bahn. Ich muss in die andere Richtung, weiter zum Hauptbahnhof. Es gibt noch einen Kuss zum Abschied. Und dann ist er weg. In den Eingeweiden des Nürnberger Untergrunds verschwunden.

Ich denke darüber nach, mir noch ein Eis zu gönnen, entschließe mich aber dagegen. Ich habe immer noch seinen Geschmack auf den Lippen und im Mund. Den möchte ich noch eine Weile auskosten.

Kaum bin ich in der S-Bahn auf dem Weg zurück nach Erlangen, hagelt es WhatsApp-Nachrichten von ihm. Er sitzt an seinem Schreibtisch und denkt an mich. Und diese diversen sehr expliziten Gedanken teilt er mir mit. Ich steige natürlich darauf ein. Und ehe ich es mich versehe knie ich in unserem gemeinsamen Kopfkino unter seinem Schreibtisch vor ihm, um eine gute mündliche Note zu bekommen, während auf meinem Po noch die Spuren von dem Rohrstock glühen, der jetzt auf dem Schreibtisch liegt. 

Schulrollenspiel voraus, nehme ich mal an.

Irgendwann muss er dann auch mal wieder was arbeiten. Aber das ist nicht schlimm. Kaum verstummen seine Nachrichten, meldet sich meine Zofe, die natürlich wissen möchte, wie es gelaufen ist. Und nahtlos spinnen wir uns das nächste Kopfkino zusammen. Dann sitze ich endgültig im feuchten Höschen da.

Zuhause gehe ich direkt ins Bad, um aus den heißen Klamotten heraus zu bekommen. Ich will mich nur noch nackt aufs Bett werfen, um mich mit dem Vibrator in der Hand und dem Dildo in der Pussy diesem Kopfkino hinzugeben. Da sehe ich auf der Schulter meiner Bluse einen fetten Fleck, dessen Ursprung mehr als eindeutig ist. Offenbar hab ich doch nicht alles erwischt und geschluckt. Und offenbar hat er mich frech mit einem dicken Spermafleck auf dem Oberteil durch die Stadt laufen lassen. Weil er hat ihn sicher nicht übersehen können. 

Was er mir postwendend bestätigt. Er habe das als Markierung seines Terrains gesehen. Dieser Typ macht mich wirklich wahnsinnig. Und komischerweise macht mich der Gedanke, mit den Spuren seines letzten Höhepunktes auf meinen Kleidern nach Hause gelaufen zu sein, eine Vorstellung, die vor einigen Wochen noch für einen hochroten Kopf und das Bedürfnis, mich irgendwo zu verkriechen, gesorgt hätte, heute direkt noch schärfer. Und ich lecke und sauge den Fleck aus dem Stoff. 


Wie gesagt: Kinky-Lisa ist entfesselt! 


Welt, fürchte dich!


Der Alte Mann und die Mätresse

Vielleicht sollte ich mürrisch oder zumindest schnippisch in dieses Fickdate gehen. Es hat schon etwas Despektierliches, wie er ankündigt, mal eben kurz vorbei zu kommen, und sein Recht auf meinen Körper einzufordern.

Unglücklicherweise kickt meine Libido die Reste meines Stolzes mit gestrecktem Bein ins Gesicht mühelos aus dem Ring. Ich habe mir ja gestern schon darüber den Kopf zerbrochen, wie diese Situation in mir ungeahnte neue sexuelle Druckpunkte freigelegt hat. Er will also die Mätresse? Er wird die Mätresse bekommen.

Ich glaube, er hat mich noch nie in meiner vollen Pracht gesehen. Nur bei der Arbeit und bei rein freundschaftlichen Treffen bisher. Nie, wenn ich fürs Feiern und Daten richtig aufgebrezelt war. Also verdrücke ich mich, kaum dass die Vorlesung vorbei ist, ins Bad und lege los mit der Neukonstruktion.

Ich glaube, ich habe es schon erwähnt: Ich schminke mich im Alltag eher dezent. Wenn ich mich überhaupt schminke. Die Natur hat mich mit einer gesunden Haut, schön konturierten Lippen, ziemlich perfekten Augenbrauen und langen dunklen Wimpern gesegnet. Aber es gibt nichts, was sich nicht noch optimieren ließe. Also lege ich mich ins Zeug. Mehrlagig. Das volle Programm. Smokey-Eyes, Rouge, der teure Lipgloss mit dem Glanz-Effekt.

Das fertige Werk trägt später den Titel „Das Gesicht der Edelhure“. Wenn ich zu sehr die Wimpern klimpere, könnte es stauben, fürchte ich.

Auch meine Haare bekommt er dieses Mal nicht in ihrer Naturform zu sehen. Ich habe sie heute morgen gewaschen. Heute Nachmittag packe ich mir Haaröl drauf und kämme sie streng nach Hinten, wo ich sie kunstvoll hoch stecke. Befestigt wird das Ganze mit Haarnadeln und mehreren Spangen. Das Öl und die Frisur machen aus meinem Dunkelbraun fast ein Schwarz. Eine satte Strähne spare ich vorne aus. Ich drehe sie um einen Lockenstab und lasse sie mir verrucht ins Gesicht hängen. Eine extrem unpraktische und nervige Frisur. Unter normalen Umständen würde ich ständig daran herum spielen und die lästige Strähne versuchen weg zu pusten, weil sie mir das Gesichtsfeld beeinträchtigt. Aber es schaut richtig krass aus. Wie für einen Ball herausgeputzt.

Dazu gönne ich mir ein Kleid, das ich kaum getragen habe, da es etwas speziell ist. Also jetzt nicht übertrieben offenherzig, nur sehr, sehr retro. Aber auf eine sexy Art. Es hat so ein bisschen Rockabilly-Charme. verstärktes Mieder, super tailliert, weiter Rock mit eingenähtem Petticoat. Der Stoff hat ein gedecktes blau mit weißen Punkten. Am Ausschnitt, dem Rocksaum und den Ärmeln ist es mit schwarzer Spitze besetzt. Da ich kein passendes Set Unterwäsche finde, lasse ich sie einfach weg.

So, ich bin mal gespannt, ob der den subtilen Hint versteht.


Heute war es den Tag über wieder recht warm, aber gegen Nachmittag beginnt es zu gewittern. Er bekommt das Unwetter voll ab. Was seine Laune nicht gerade gehoben hat, nehme ich mal an. Aber das ist nicht mein Problem, würde ich sagen.

Wobei so gesehen kann es schon zu meinem Problem werden.

Er ist tatsächlich durchnässt bis auf die Haut, als er dann vor meiner Tür steht. Selbst seine Brille ist beschlagen und voller Tropfen. Sobald er im Raum ist, fängt er wortlos an, seine Schuhe, seine Hose und sein Shirt auszuziehen. Ja, o.k., die Klamotten sind natürlich pitschnass. Also bringt er sie ins Bad. Und kommt in Boxershorts only mit einem frischen Handtuch wieder, mit dem er sich gerade die Haare abrubbelt.

Vielleicht ist es das, was mich schlussendlich in das trotzige Fahrwasser gebracht hat. Jedenfalls verschränke ich erst mal meine Arme und schaue ihn herausfordernd an. Was der Moment ist, wo Monsieur mich das erste mal richtig anschaut.

Und ich sehe förmlich, wie sich sein Unterkiefer mit der Geschwindigkeit einer Kontinentaldrift nach unten bewegt, und seine Lippen schließlich ein perplexes „O“ formen.

„Wow, du siehst ja umwerfend aus, Lisi! Hammer!“

Er kommt auf mich zu, und einen Augenblick später drückt er mich an sich und seine Lippen auf meinen Mund. Was für ein Kuss! O.k., der hat mich jetzt doch überrascht. Offenbar hat das Outfit seinen Geschmack getroffen. Seine Hände wandern ungeniert unter meinen Rock und fassen mich fest an den Pobacken. Dann zögert er kurz.

„Hast du nicht mal ein Höschen an?“, fragt er grinsend.

Ich spüre, wie sich in seiner Boxershorts etwas regt.

„Du hast es doch eilig heute. Also. Soll ich mich dann direkt aufs Bett legen und die Beine spreizen, um dich nicht unnötig aufzuhalten?“

„Hmmm, ganz schön frech!“, entgegnet er.

„O.k.“. sage ich und hebe den Rock. „Also erst noch der zickigen Geliebten den Po versohlen, um sie gefügig zu machen?“

„Sag mal. Wie bist du denn heute drauf?“

„Super. Ich will es dir nur so leicht wie möglich machen als deine Geliebte. Einmal besteigen, einmal Po versohlen und schnell wieder raus war doch dein Plan. Die Reihenfolge liegt natürlich bei dir.“

„Na dann, wenn du darauf bestehst!“

Er packt mich, setzt sich auf mein Bett, und bevor ich mich versehe, liege ich quer über seinem Schoß. Ich zappele etwas, aber er dreht mir einfach den Arm auf den Rücken. Dann schiebt er mir genüsslich den Rock und die Petticoats hoch. Mit etwas Abstand betrachtet muss das ausgehen haben wie eine Szene aus einer 50er-Jahre-Kommödie. Nur, dass ich es in dem Moment gar nicht lustig finde. Vor Allem, weil er direkt ohne weitere Umstände zur Sache kommt. Seine Hand klatscht auf meine nackten Pobacken, wieder und wieder. Methodisch und gründlich.

Das ist mein drittes Spanking, das ich von ihm bekomme. Das erste war neckisch und liebevoll und total erotisch. Das zweite war härter, aber extrem leidenschaftlich.

Dieses ist nichts davon. Nicht liebevoll, erotisch oder leidenschaftlich. Es gibt kein Aufwärmen, es gibt keinen neckischen Dialog, kein Schimpfen, kein Nachfühlen, ob ich horny bin. Es gibt einfach nur Schläge auf den Hintern und es tut einfach nur weh. Erst einmal.

Das hier ist quasi ein Angry-Spanking. Nur dass er mich natürlich nicht versohlen würde, wenn er wirklich wütend wäre, das haben wir alles besprochen. Aber gäbe es in unserer Beziehung so etwas wie ein wütendes Spanking, dann würde es sich genau so anfühlen.

Ich strampele und schimpfe und will nur noch dass es aufhört. Wobei ich zugeben muss. Da ist ein kleiner Teil in mir, der ihm applaudiert und ihn regelrecht anfeuert! Los, zeig es dieser renitenten Person. Klopf  ihr die ganze Zickigkeit heraus! Ich hasse diesen Teil von mir gerade!


Irgendwann ist es vorbei. Genauso abrupt wie es begonnen hat.

Ich stehe vor ihm und reibe meinen Po. Herausfordernd schaue ich ihn an.

„War es das dann?“

Er springt auf, packt mich, wirbelt mich herum, so dass ich mit dem Rücken zu ihm stehe. Seine Hand packt mich am Hals unterm Kinn und schiebt meinen Kopf in den Nacken, an seine Brust gepresst. Mit der anderen Hand umfasst er meinen Bauch und zieht mich dort ebenfalls zu sich. Ich spüre seinen harten Schwanz an meinen roten Pobacken.

„Möchtest du, dass ich wieder gehe?“ Flüstert er mir ins Ohr.

„Natürlich nicht, ich hab mich jetzt extra ne Stunde lang für dich rausgeputzt.“

„Oh, das sehe ich. Und es war jede Minute wert. Aber ist das der einzige Grund, warum du nicht willst, dass ich gehe, hm?“ Das sagt er jetzt fast zärtlich. Als Kontrast dazu greift er wieder ungeniert unter meinen Rock, dieses mal allerdings zwischen meine Beine. Natürlich bin ich feucht. Die Situation kickt mich ungemein. Aber das werde ich ihm nicht auf die Nase binden.

Dafür stöhne ich auffordernd.

„Du tust vielleicht so, als ob du das hier nicht auch willst! Du tust so, als ob dich die Vorstellung empört, als ob du beleidigt wärest! Aber weißt du was ich glaube? Es macht dich an. Die Vorstellung, die kleine Sexfreundin zu sein, die auf Befehl die Beine breit macht, macht dich an. Die Idee, benutzt zu werden, macht dich scharf!“

„Von wegen!“

„Oh, kleine Lisa. Abstreiten hilft nicht. Ich kann an den Fingern spüren, wie scharf es dich macht. Du spielst noch die Beleidigte, dabei tropfst du schon regelrecht! Dir werde ich eine Lektion erteilen, meine Liebe. Und dafür werde ich mir ein bisschen mehr Zeit nehmen als geplant. Wird auch niemand erwarten, dass ich bei dem Wetter gleich heim fahre, oder?“

Ich atme schwer. Ich spüre die Hitze seines Körpers in meinem Rücken, seinen harten Schwanz an meinen Po gepresst. Seine Hand zwischen meinen Beinen, zwei Finger bereits ein paar Zentimeter tief in mir. Die andere immer noch an meinem Hals.

Aber mehr noch als das Körperliche ist es das Drumherum, mit dem er mich um den Verstand bringt. Seine Stimme, die vor Dominanz und Verlangen nur so strotzt. Aber vor Allem seine Worte. Was er sagt, wie er es sagt, wie er es durch das unterstreicht, was seine Hände tun. Wie er einfach das Narrativ der Situation mit seiner süffisanten Souveränität und seiner lockeren Dominanz mal eben umdreht. Das Narrativ, das aus der zu recht empörten Lisa wieder die lüsterne Lisi macht, der eine Lektion erteilt werden muss.

Natürlich tropfe ich bereits, was denkt er denn?

„O.k., wenn es das ist, was du brauchst, dann leg dich sofort aufs Bett und schiebe den Rock hoch.“

Er unterstreicht das, indem er mich nachdrücklich in Richtung Bett schiebt. Widerstand zwecklos. Also lasse ich mich von ihm auf das Bett werfen. Ich lande auf dem Bauch.

„Hoch mit dem Rock!“

Ich gehorche. Da liege ich auf dem Bauch mit hochgerafftem Rock. Ohne Unterwäsche reckt sich ihm mein nackter, roter Hintern entgegen. Ich presse unwillkürlich die Beine zusammen.

„Auf den Rücken drehen! Brav. Jetzt spreize deine Beine. Gut winkle die Knie an!“

Ich liege vor ihm, weit gespreizt, völlig offen in schamlos obszöner Haltung. Obenrum noch völlig bekleidet, untenrum nackt. Bereit von ihm benutzt zu werden. Auweia. Eine Welle der Erregung schüttelt mich regelrecht durch.

Er grinst. Holt genüsslich seinen Schwanz aus dem Schlitz seiner Boxershorts. Mit der Hand hält er ihn und massiert ihn noch ein bisschen, bis er ganz steif ist. Dann greift er nach den Gummis, die auf dem Nachttisch schon bereit liegen.

Es dauert keine Minute, da liegt er auf mir und schiebt mir den gummiverpackten Schwanz rein. Ich stöhne wieder auf. Dieses mal aus einer Mischung aus Überraschung und echter Lust heraus. Krass. Kein Kuss, kein Klaps auf den Po, kein Schwanz im Mund. Nicht einmal meine Brüste hat er angefasst. Und ich bin so feucht und bereit für ihn, wie ich nur sein kann!

Kaum, dass er das bemerkt hat, legt er jeglichen Rest Zurückhaltung ab und fängt an, mich mich tief, hart und schnell zu stoßen. Ich schnappe nach Luft. Er tut mir nicht weh oder so, dafür bin ich viel zu gut geschmiert. Und es ist auch nicht in der Doggy-Haltung, wo sein Schwanz bei jedem Stoß gegen meine innere Krümmung arbeitet. Aber es ist klar, so wie er mich gerade fickt, denkt er ausschließlich an sich. Ich weiß von vorgestern, dass er ziemlich gut darin ist, sich auf mich einzustellen, und das heißt, am Anfang erst einmal langsam und zärtlich, so wie vorgestern. Ab dem bestimmten Punkt genieße ich die harten Stöße dann sehr, aber um dahin zu kommen, muss ich erst einmal langsam in Schwingung versetzt werden.


So, wie er mich jetzt fickt aber, kann es zudem nicht lange dauern, bis...

Und tatsächlich. Nach kaum drei Minuten hartem Ritt fängt er an zu keuchen und zu stöhnen. Und dann kommt er heftig in mir. Ich kann es spüren, wie er zuckt. Fuck!

Kaum ist er fertig, zieht er ihn raus, streift das Kondom ab und entsorgt es im Mülleimer.

Ich liege schwer atmend immer noch auf dem Rücken. Mir gespreizten Beinen und glühender, klitschnasser, enttäuschter Pussy.

„Nice“, sagt er locker, während er zur Küchenzeile geht und sich ein Glas Wasser einfüllt. „Du könntest dann gleich mal meine Klamotten in den Trockner packen, wenn es nicht zu viele Umstände macht.“

Ich starre ihn ungläubig an. Der Trockner steht im Keller.

Er zuckt mit den Schultern. „Du bist immerhin noch richtig angezogen, ich nicht. Also hopp.“


Wie in Trance erhebe ich mich. Ich nehm seine nassen Kleider in die Hand und mache mich tatsächlich auf den Weg in den Keller.

Wenn ich mir das so durchlese, klingt wer wie der letzte Arsch. Was ich auch kurz so gefühlt habe. Aber als ich beim Fahrstuhl ankomme, grinse ich schon wieder übers ganze Gesicht. 

Hä? Bist du jetzt völlig doof geworden, Lisi? Der Typ fährt hier die Karikatur eines Vollmachos auf, und du findest das jetzt plötzlich gut, oder was?


Also gut. Time-Out.

Es gibt da so ein paar Dinge, die ich mir an der Stelle nochmal ins Gedächtnis rufe, was ich hiermit wiederhole, damit man es nachvollziehen kann.

1. Der Abend ist noch nicht vorbei. Der Trockner wird mindestens ne Stunde bis Anderthalb brauchen, bis die Klamotten trocken sind. Diese Zeit werden wir nutzen und ich weiß, ich werde auf noch meine Kosten kommen dabei. Oh, das werde ich, da habe ich überhaupt keine Sorge, denn:

2. Er hat genau gespürt, in welchem Film ich unterwegs war. Und hat genau das passende Drehbuch dazu hervorgezaubert. Die heimliche Geliebte, die nur der Befriedigung der niederen Gelüste ihres Liebhabers dient. Die sich aufbretzelt für ihn, und zum Dank mega gedisrespected wird. Meinen devoten Headspace voll aufgegriffen und vertieft. Und falls das möglich war, bin ich jetzt noch härter horny als vorhin. Und das nicht nur sexuell, sondern irgendwie auch emotional.

3. Das hat mich so scharf gemacht, dass ich trotz allem fast gekommen wäre dabei. Noch eine Minute und er hätte mich gehabt.

4. Was das i-Tüpfelchen ist. Ich habe das nicht extra erwähnt, aber natürlich ist er Sonntag nicht einfach auf meinem Bett und Leben verschwunden und jetzt wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Wir haben ultra viel geschrieben und auch telefoniert zwischendurch. Und natürlich über das geredet, was Sonntag alles passiert ist. Darum weiß er natürlich, dass so großartig es im Großen und Ganzen auch gewesen ist unser erstes mal, es da eine Sache gab, an der ich seit zwei Tagen ganz schön kauen muss. Und das waren seine Orgasmusprobleme. Wir haben da viel drüber geredet. Und er hat mir immer wieder versichert, dass es an ihm liegt, dass er eben nervös war, wahnsinnig angespannt, weil er alles richtig und gut machen wollte und dass es ihm immer mal wieder passiert ist, dass er Probleme hatte, sich beim ersten mal mit jemand Neuem fallen lassen zu können.

Und trotzdem war da dieses Gefühl bei mir, dass es eben doch an mir lag. Dass er mich nicht attraktiv findet, dass ich ihn nervös mache, dass ich so kompliziert bin, dass er sich so anstrengen muss, es mir recht zu machen, dass er nicht kommen kann.

Tja. Er kann. In kaum drei bis vier Minuten. So egoistisch und ignorant seine Aktion eben auf den ersten Blick aussah, so respektlos und demütigend, in Wahrheit war es auch ein Geschenk an mein Selbstvertrauen. So irre und paradox sich das anhören mag. Er hat mir gezeigt, dass er sich jetzt bei mir fallen lassen kann.



Als ich wieder zurück in mein Apartment komme, empfängt er mich mit einem warmen Lächeln. Ich lächele zurück. Bis ich merke, dass sein warmes Lächeln sich in Richtung Raubtiergrinsen verschiebt.

„Zieh das Kleid aus, Lisi. Ich habe eine Überraschung für dich!“

Das klingt doch vielversprechend. Das Kleid hat einen Reißverschluss auf der Rückseite.

Hilfst du mir?“, flöte ich, und drehe mich um. Natürlich lässt er sich das nicht zweimal sagen. Während er langsam den Reißverschluss öffnet, bedeckt er meinen Nacken mit Küssen.


„Ich mag deine Frisur!“, sagt er. Kaum ist der Verschluss offen, spüre ich seine Hände auf meinen Brüsten. Ich schäle mich aus dem Kleid, während er hinter mir steht, sein Gesicht in meinem Nacken und seinen Händen auf meinem Körper. Die ich erst einmal eine Weile genießen darf. Bevor er mich wieder in Richtung Bett schiebt.

„Zeit, dich einer deiner Ängste zu stellen, Lisi. Jetzt werden wir mal sehen, wie es um deine Triebigkeit bestellt ist.“

Was meint er, mich meinen Ängsten zu stellen? Das wird mir klar, als ich Seile dort liegen sehe.

O.k., ich weiß es, aber um es nachvollziehen zu können, muss ich es wohl erklären.

Ich habe ja schon erwähnt, dass wir auf eine lange Geschichte gemeinsamen Kopfkinos zurück blicken können. Verschiedene Aspekte habe ich schon beschrieben. Das Spanking. Das Spielen mit der Lust. Dominanz. Jetzt neu: Benutzt werden. Und da gibt es eine Sache, die mich in der Theorie unglaublich anteased. Vor deren Umsetzung ich aber ein bisschen Angst habe, weil es mit sehr starken Emotionen für mich spielt. Ich mag es ja, wenn ich die Kontrolle abgeben und mich hingeben kann. Das wissen wir. Aber in der letzten Konsequenz schreckt es mich, wenn es kein Hintertürchen gibt. Natürlich haben wir ein Safe-Wort. Also ganz ohne Hintertürchen ist nichts. Es geht eher um Aktion und Reaktion. Ich bin auch in der devoten, passiven Rolle gerne ein bisschen aktiv. Provozieren, reizen, Kommentare/Widerworte geben, wehren, mich entziehen... Bei dieser einen Sache, die uns da im Kopf so kickt, wäre ich jedoch auf komplette Passivität reduziert. Ich kann nur daliegen und es hin nehmen. Das ist der Reiz. Aber das ist auch die Angst dabei.

Eigentlich wollten wir das schon beim ersten Mal testen. Haben uns aber dann dagegen entschieden. Erst kennen lernen, Vertrauen schaffen. Insofern ist es etwas gewagt von ihm, das jetzt vorzuschlagen. Aber ja, es war Thema in unseren zwischenzeitlichen Chats. Ich möchte es. Grundsätzlich.

Und ich verstehe, wo das jetzt heute her kommt. Weil es im direkten Widerspruch zu dem Narrativ steht, das ich anfangs eingeführt hatte. Dass es heute nur darum geht, dass er bequem seine Lust befriedigt bekommt von der Gespielin, die für ihn die Beine breit macht.

Puh.

O.k.

Lassen wir uns also darauf ein. Es ist eben so, ich bin gerade so horny, dass ich schreien könnte. Und in einem extrem devoten Headspace. Und bessere Voraussetzungen gibt es nicht.

Lasset also die Spiele beginnen.


Er macht das nicht zum ersten Mal, das merkt man sofort. Auch diese Technik beherrscht er souverän. Er beginnt damit, meine Frisur auseinander zu nehmen, und alle Haarnadeln und -Spangen heraus zu ziehen. Kurze Zeit später finde ich mich dann völlig nackt rücklings auf dem Bett liegend vor. meine Arme und Beine sind von mir gestreckt wie bei einem großen X. An den Gelenken mit Seilen gebunden, die zu den vier Pfosten meines französischen Bettes führen und dort befestigt sind. Ich bin hilflos gefesselt. Gespreizt. Für ihn. Wie vorhin. Nur völlig anders.

Ich weiß, was jetzt kommen wird. Wir haben oft genug zusammen davon fantasiert. Trotzdem ist es geradezu elektrisierend, als seine Lippen das erste mal sanft meinen Bauch berühren.

Er küsst sich Stück für Stück an meinem Körper entlang nach unten, bis sein Kopf auf der Höhe meines Schambeins ist. Es sind wieder seine Finger, die den ersten Kontakt herstellen. Vorsichtig teilt er meine Schamlippen. Dann fährt er ganz langsam mit zwei Fingern am Eingang zu meiner Vagina entlang.

„Und du tust so, als ob es allein meine Geilheit wäre, die uns heute hier zusammen geführt hat! Du böses Mädchen. Schau hin!“ Triumphierend hält er mir die Finger dann vors Gesicht. Natürlich sind sie mit einer glitzernd feuchten Schicht bedeckt.

Und das ist das Letzte, das ich eine Weile sehe, bevor es schwarz wird vor meinen Augen. Buchstäblich. Er legt mir ein Tuch über die Augen, hebt meinen Kopf leicht an und verknotet es da.

In dem Maße, in dem mir der Seh-Sinn genommen wird, verstärken sich alle anderen Sinnesreize. Das Kribbeln seiner Hände, die jetzt mit meinen Nippeln spielen, ist nichts im Vergleich zu dem, was meinen Körper durchfährt, als ich seine Zunge das erste Mal über meinen Venushügel lecken spüre.

Er ist erfahren. Und er weiß, was ich mag. Er liebkost und reizt meine Vulva ein bisschen, aber bald konzentriert er seine Aufmerksamkeit ganz auf meine empfindlichste Stelle. Mit der Spitze umfährt er die noch unter ihrer Haut verborgene Clit. Mir ist heiß und gleichzeitig fühle ich ein Schaudern durch meinen Körper gehen. Es ist wirklich ein derb krasses Gefühl. Ich bin sehr empfindsam, wenn ich geleckt werde. Im Normalfall versuche ich, den Kopf, der mich verwöhnt, mit den Händen zu packen, und zu dirigieren. Aber ich bin gefesselt. Also sollte ich die Schenkel schließen, um diese gemeine wundervolle Zunge auszusperren. Aber ich bin gefesselt. Ich liege hilflos, ausgeliefert, gespreizt vor ihm und kann es einfach nur geschehen lassen. Seine Zunge, die jetzt fordernder über meine Klitoris fährt. Vor und zurück, links und rechts. Seine Hände haben mittlerweile wieder den Weg zu meinen Brüsten gefunden. Scheint, als ob er jetzt vor mir auf dem Bauch liegt. Seine Schultern jedenfalls pressen sich gegen die Innenseite meiner Oberschenkel, was das Gefühl des Gespreiztwerdens noch verstärkt. Das ist der Moment, in dem sich kribbelnd die ersten Wellen ankündigen. Er hört meinen Atem, nehme ich an, jedenfalls legt er vorsichtig noch einen Zahn zu. Und da ist es, ja, seine Finger quetschen meine Nippel zusammen. Das ist der Zünder. Und ich explodiere!

Das erste mal.


Welcher Teufel hat mich eigentlich geritten, diesem Mann so viele meiner intimsten Geheimnisse zu verraten. Und ihm damit diese schier grenzenlose Macht über mich zu geben.

Zum Beispiel habe ich in einem Anflug selbst für meine Verhältnisse unglaublicher Blödheit anvertraut, dass ich nur ganz kurze Erholungsphasen nach einem Orgasmus brauche. Warum Lisi? Er hört gar nicht richtig auf, mich zu verwöhnen, nimmt nur etwas das Tempo und den Druck zurück. Aber keine zwei Minuten später legt er wieder richtig los. Ich zerre an meinen Fesseln, ich winde mich, so geil ist die Lust, die er mir bereitet, dass ich ihn wegschieben will von mir, weil es kaum auszuhalten ist. Aber keine Chance. Das einzige, wo die Energie hin kann, die sich aufstaut, sind meine Stimmbänder. Das einzige, was ich tun kann, ist seufzen, stöhnen, schreien, und zuletzt weinen, als mich der zweite Orgasmus durchschüttelt.

Danach bleibt es eine Weile beim Keuchen. Es ist heiß und stickig im Zimmer. Und ich bin völlig außer Atem. Er lässt kurz von meiner fast schon überreizten Klitoris ab und küsst zärtlich meine Schenkel. Aber er ist ein verdammter Sadist. Also setzt er zum dritten Mal an. Wieder winde ich mich in den Seilen. Aber inzwischen bin ich so weit drüber, seine Zunge schafft es einfach nicht mehr, mich über die Schwelle zu bringen.

Ein geringerer Mann hätte jetzt vielleicht aufgegeben. Aber er nicht. Ihr erinnert euch noch an die Box mit Spielzeugen? Nicht? Tja, er schon. Ich habe sie noch nicht wieder aufgeräumt. Was daran liegt, dass ich sie ein oder zweimal gebraucht habe seit Sonntag.

Zu dem Zeitpunkt sehe ich natürlich nicht, was er tut. Ich spüre nur, wie er sich zurück zieht, spüre das Bett wackeln, als er aufsteht. Erwarte, dass es hell wird, dass er mir die Augenbinde abnimmt. Stattdessen höre ich ihn irgendwie herum hantieren. Höre ihn herum wühlen. Einen Klick. Und dann ein wohlbekanntes Summen. Als mir klar wird, was dieses Summen erzeugt, zerre ich wieder an meinen Fesseln. Ich fange an zu betteln. „Bitte nicht! Gnade! Pause! Ich kann nicht mehr!“

Weder Pause noch Gnade werden mir gewährt. Einen Augenblick später durchfährt es mich, als er meinen Lieblings-Vibrator direkt an meine Vulva anlegt. Auf mittelhoher Stufe. Das ist fast zu viel des Guten jetzt. Fast. Ich schaffe es, mich etwas zu entspannen und auf das verwöhnende Summen einzulassen. Und was macht er? Was macht dieser Mistkerl von einem Sadisten? Er schaltet den Vibrator ab. Ich knurre vor Frustration.

„Ich denke, da fehlt noch etwas.“

Seine Hände tasten wieder nach meinen Brüsten. Spielen mit meinen Nippeln, bis sie wieder richtig hart stehen. Und dann...

Schmerz!

Ein scharfer, beißender Schmerz durchzuckt meinen Körper! Das sind nicht seine Finger! Er hat meine Nippelklemmen gefunden. Dieser ...

Zack, springt der Vibrator wieder an. Ich hasse ihn gerade so sehr!

Er dreht die Vibration noch eine Stufe höher. Dann presst sich die Kuppe an meine Vulva. Und weil es offenbar noch nicht genug ist, schiebt er mir genüsslich einen meiner Dildos in die Vagina.

Das wars. Ich kann es nicht mehr halten. Es beginnt in der Klitoris wie ein kleines Gewitter. Der Beckenboden zieht sich zusammen. Alles zieht sich zusammen. Ich spüre den Dildo hart und dick in mir Widerstand leisten als sich meine Muskeln anspannen. Meine Hände ballen sich zu Fäusten. Und ich schreie. Ohne Mist, ich schreie!

„Du unartiges, böses Mädchen“, flüstert er. „So gierig und unersättlich. Spielst mir hier die prüde, missbrauchte Geliebte vor. Und dann lässt du dich so gehen. Ts. Ts. Ts. Du weißt, dass ich dich dafür noch bestrafen werde?“

Langsam komme ich wieder zu Atem.


Nachdem er mich losgebunden hat, nimmt er mich in den Arm. Ich werfe mich ihm förmlich an den Hals, als ob ich ihn gar nicht fest genug an mich pressen könnte. So sitzen wir da, eine ganze Weile. Von ihm einfach nur so still gehalten zu werden ist fast eine intensivere Erfahrung als die drei Orgasmen, die er mir geschenkt hat. Dann lassen wir uns irgendwann einfach nach hinten aufs Bett fallen und bleiben aneinander gekuschelt liegen, während draußen das Gewitter in die nächste Runde geht. Die Balkontür steht offen. Es ist angenehm kühl geworden im Raum.

Die Balkontür steht offen.

Fuck. Und ich hab hier rumgebrüllt wie am Spieß.


Wenn das jetzt nur eine Geschichte wäre, würde ich es hier enden lassen. Leider ist das wahre Leben manchmal weniger poetisch. Und die Protagonisten ein bisschen blöd.

Jetzt, retrospektiv wäre das ein guter Abschluss gewesen. In der Situation sehe ich es anders.

Ich liege an ihn gekuschelt auf dem Bett und bemerke irgendwann seine Erektion. Natürlich. Er ist am Anfang mal gekommen. Aber dann hat er mich gefesselt, geleckt, mit dem Vibrator zum Höhepunkt gequält. Natürlich steht er ihm. Was bin ich doch für eine Egoistin. Ich bin jetzt drei mal gekommen. Er nur einmal.

Das kann ich so nicht stehen lassen (pun intended!)

Aber was jetzt kommt, ist die Wiederauflage einer der frustrierendsten Erfahrungen meines aktuelleren Lebens. Er liegt auf dem Rücken, ich beuge mich über ihm und habe seinen schönen, dicken, harten Schwanz im Mund. Er räkelt sich und stöhnt wohlig. Irgendwann windet er sich und stöhnt gequält. Ich schaffe es einfach nicht, ihm die Erlösung zu verschaffen, die ich ihm so sehr wünsche.

Es ist einfach so unfair. Er leckt mich ohne Probleme zweimal zum Orgasmus. Und ich schaffe es einfach nicht, ihn oral zu befriedigen. Dabei ist das an sich meine Königsdisziplin. Und ich würde es ja verstehen, wenn er Blowjobs nicht mögen würde. Aber er steht so hart wie es nur geht und er stöhnt und genießt es doch offensichtlich. Warum zum Geier kommt er dann nicht. Drei mal atmet er schneller, drei mal denke ich, jetzt ist es gleich soweit, jetzt habe ich ihn! Aber nein! Nichts.

Irgendwann streicht er zärtlich über meine Schulter. „Ist o.k., Lisi, das wird heute so nichts mehr.“ Aber ich akzeptiere es nicht! Bis er mich irgendwann fest an der Schulter packt und mich von meinem Schwanz weg schiebt. „Genug, es ist zu intensiv. Es geht heute nicht, o.k.?“

Wie kann das sein? Vorhin ist er in mir nach drei Minuten gekommen! Er kann es doch!

„Ist o.k., wirklich.“

„Nein, es ist nicht o.k.! Ich lasse dich auf keinen Fall so unbefriedigt nach Hause gehen heute!“

„Es macht mir nichts. Ich bin doch vorhin schon gekommen.“

„Aber mir macht es was! Mit mir macht es was!“

„Na gut. Gib Kondome.“


Er schläft noch einmal mit mir, sehr zärtlich dieses mal. Zu Beginn sitzt er auf dem Bett, ich sitze breitbeinig auf seinem Schoß und reite ihn. Er hat mich an den Hüften gepackt und bestimmt das Tempo. Irgendwann legt er sich auf den Rücken. Ich bleibe auf ihm. Tatsächlich bin ich wieder erregt genug, dass er sich richtig gut anfühlt in mir. Und normal wäre das eine 100%-Garantie für mich zu kommen, in dieser Stellung und mit so einem Schwanz in mir. Aber nach dem, was er vorher mit mir angestellt hat, stehen die Chancen bei 0. Was völlig o.k. für mich ist. Jetzt geht es nur noch um ihn und seine Lust. So wie am Anfang, was an sich eine schöne Symmetrie für den Nachmittag ergibt.

Er verpasst mir jetzt sanfte Klapse auf den Po und gibt mir somit den Takt an, in dem er geritten werden will. Er stößt mir sein Becken entgegen, immer drängender. Und dann schaffen wir es doch noch. Er keucht, er stöhnt, er grunzt. Und dann kommt er endlich.

Letztlich war er dann doch wieder über drei Stunden bei mir. Soviel zu „mal kurz vorbeikommen und die Mätresse besteigen.“

Der Alte Mann und das Mädchen

Vergessen wir mal die Wechselbäder aus Vorfreude, Nervosität und Panik, die mich den Sonntag über durch den Wolf gedreht haben, bevor er überhaupt da war.

Den halben Tag mache ich mir Gedanken über mein Outfit. O.k. Scheiß auf Frisur. Männer lieben die Haare lang und offen, sag ich mal. Die meisten jedenfalls. Ich werde mich auch nicht sehr schminken. Die Augen halt. Und ein bisschen die Lippen. Und etwas Concealer über die Foundation. Scheiße, ich seh plötzlich aus wie ein Panda. Beziehungsweise die glamouröse Diva-Tante des Pandas. Also wieder abwaschen den Anstrich. Und die Haare vielleicht doch hoch stecken irgendwie? Ja, so geht es den halben Tag schon.

Letztlich lasse ich die Haare offen, mit einem Haargummi am Handgelenk für alle Fälle. 

Der Tag hatte als etwas begonnen, das noch als Sommertag durchgehen konnte. Bei der Frage, was ich für ihn anziehe, hab ich auch lange zwischen Extremen gependelt. Zu sexy oder zu casual. Die Hitze hat schließlich für mich entschieden. Ein farbiges Spaghettiträger-Top, ich meine es war das Orangene, bin aber nicht mehr sicher. Dazu eine ultrakurze Shorts aus Jeansstoff, das war dann das, was ich schließlich getragen habe, als ich ihm die Tür aufgemacht habe. Darunter einen Tanga und einen Push-Up-BH. Schwarz. Er mag schwarze Wäsche, wie ich weiß. 

So empfange ich ihn also. Wie schön, dass er jeglicher Versuchung widerstanden hat, sich aufzubrezeln. Jeans, schwarzes Band-T-Shirt, Sneakers. Über einer Schulter trägt er einen Rucksack. Da sind meine Spielzeuge drin, wie ich später herausfinde. Irgendwie fühle ich mich betrogen, dass er offenbar nicht den Drang verspürt hat, sich für den Anlass herauszuputzen, aber irgendwie ist es auch beruhigend, weil es eine Atmosphäre der Normalität schafft. Und wir teilen die Abneigung gegen Herrenanzüge.

Ich nehme an, er hat die S-Bahn genommen heute. Er riecht frisch, ist nicht verschwitzt. Das wird sich ändern im Verlauf des Nachmittags, wenn alles nach Plan läuft. Ich bin immer noch nervös, und die Angst, dass es doch aus irgendeinem Grund nicht klappt, ist ständige Begleiterin. Ich freue mich aber auch schon darauf, wie er später riechen wird, nachdem wir uns dann näher gekommen sein werden. Wenn es klappt.


Vielleicht ist es dem ein oder anderen aufgefallen, aber für mich spielen Düfte eine große Rolle. 

Ich versuche jetzt mal das Unmögliche, nämlich seinen Duft zu beschreiben, der mich ja schon bei unserem ersten Treffen diese Woche umgehauen hat nach so langer Zeit.

Seine Klamotten sind frisch gewaschen. Sie riechen nach einem Marken-Flüssig-Waschmittel. Dann ist da der Mix aus seinen Kosmetik-Düften. Ein teuer riechendes Deo, sein Duschgel und sein Schampoo. Ich denke, es ist ein Nivea-Shampoo. Das Duschgel ist das Prominenteste auf seiner Haut. Es riecht exotisch, würzig, frisch: Sandelholz mit einer Note Vanille und irgendwas orientalisches. Bergamotte vielleicht? Ein Hauch Zimt? Die Mischung ist auf jeden Fall extrem lecker. Männlich, holzig, gediegen. Ohne in diese Fitness-Ecke abzudriften. 

Dazu sein Eigengeruch. Unmöglich zu beschreiben. Geht nur metaphorisch. Riecht nach einem Sonnentag in einem Straßenkaffee in Südfrankreich. Dazu eine Spur Leder vielleicht? Moschus ist drin. Und Salted Caramel. Holzig. Maskulin auf jeden Fall.

Mensch, Lisi, das interessiert keine Sau. Warum so ein Aufhebens darum, wie er riecht? Also ist aber so: ich hab's ja schon gesagt, ich bin ein Nasenmensch. Der Punkt ist aber auch: Ja, ich hab eine Menge Toys, eine blühende Fantasie und eine solide Internetverbindung. Das heißt, ich kann mich jederzeit selbst um meine Bedürfnisse kümmern. Was ich aktuell auch regelmäßig tu. Teils mehrfach am Tag. 

Aber so zuverlässig elektrisch erzeugte Vibrationen und Silikon-Penetration ihren Dienst tun, eines fehlt beim Sex mit sich selbst und der Technik. Nämlich der Gegenüber. Und bewusst wird mir das zum Einen immer ganz arg durch das Fehlen der typischen Gerüche. Jetzt halt, im Gegensatz, mit seinem Duft in der Nase laufen mir wieder Schauer der Erregung über den Körper beim Gedanken daran, was hier gleich passieren wird. Das ist eine andere Art von horny einfach. Da komme ich alleine nicht mal in Nähe davon. 

Dazu kommt eben das, was ich neulich schon geschrieben habe. Nach Monaten von Kontaktverbot und FFP2-Maskenpflicht, nimmt man Gerüche halt noch einmal ganz anders wahr.


Die andere Sache, die Sex mit einem Partner so anders macht als Sex mit sich selbst, ist die Sache mit den Händen. Wenn ich alleine bin, hab ich zum einen einfach nicht genug Hände, um mich gleichzeitig überall da zu spüren, wo ich gerne berührt werde. Und zum anderen: Die eigenen Hände fühlen sich immer anders an, als die einer anderen Person.

Wenn ich darüber nachdenke, sind seine Hände vermutlich das Körperteil an ihm, über das ich am zweitmeisten fantasiert habe. Und es war ein sehr knappes Rennen mit Platz 1. (Zu jemem Körperteil kommen wir später noch.)

Meine Faszination für (seine) Hände hat übrigens nicht nur mit meinem Spanking-Kink zu tun. 

Er hat vermutlich so etwas wie die perfekten Männerhände. Groß, kräftig, maskulin. Aber gerade gewachsen in perfekten Proportionen, feingliedrig, beweglich und mit einer glatten zarten Haut bedeckt. Keine Haare auf den Fingern, wenig auf dem Handrücken. Sie hängen an super tollen Unterarmen und ebenso tollen Oberarmen. Die wiederum an breiten, maskulinen Schultern befestigt sind. Das, also Brustkorb, Schultern, Nacken, Arme, Hände, das ist auch optisch sein Filetstück. Der Rest des Körpers hat eher Dadbod-Qualität. Was mich nicht stört. Ist nicht mein bevorzugter Body-Type. Also kicken tut es mich nicht. Wobei, was dann schon wieder kickt, ist seine völlige Souveränität mit seinem Körperbau umzugehen. Was schon etwas paradox wird, wenn ich mich da selber dagegen anschaue. Ich habe heute 30 Minuten damit verbracht, mich zu fragen, was ich mit meinen Tanlines machen soll. Ich hab halt diesen Hauttyp, wo man sich nur 5 Minuten in die Sonne stellen braucht, um braun zu werden. Und dieses Jahr hatte ich einfach keine Gelegenheit, meine (erweiterte) Bikini-Zone mit zu bräunen. Aber so ist es wohl. Er hat typische Radfahrerbräune, ihn stört es nicht. Und ich hab durch Corona mindestens 3 Kilo zugelegt. Er locker 5, wenn nicht 10. Ihm ist es egal, ich frage mich dagegen, ob er bei meinem Anblick kotzen muss. Ja, so ist das: Bodyshame ist wohl typisch weiblich.

Aber andererseits, das muss man ihm auch lassen, lässt er keine Gelegenheit aus, mir zu sagen und zu zeigen, dass er meinen Körper toll findet. Was echt hilft. Das ist wahrscheinlich etwas, was Vanilla-People nicht verstehen können, aber auf diese Weise gibt er mir das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein, das nötig ist, damit ich mich ihm nachher unterwerfen kann. 

Und natürlich schafft er auch das nötige Vertrauen damit. Weil ich wirklich unsicher bin. Und das doch in Wahrheit nicht wegen meines Aussehens. 

Auch hier hilft er mir wirklich toll über die Fallgruben hinweg. Es ist schön, ihn wieder so selbstbewusst und souverän zu sehen, wie damals, als ich ihn kennen gelernt habe. Es ist schön, einfach seine Hand zu nehmen und mich führen zu lassen. Es ist schön, dass er sich so gut auf mich einstellen kann. Mich nicht drängt oder überfährt, aber klar und bestimmt in die (von uns beiden)' gewünschte Richtung lenkt. Keine zehn Minuten, nachdem er mein Appartment betreten hat, bin ich wieder chillig entspannt und fühle mich total wohl in meiner Haut. Wir sitzen auf meinem Bett, nebeneinander, reden. 


Was dann der Moment ist, an dem es langsam ernst wird. Denn nach dieser Atempause führt er mich zum Tanzen hinaus aufs Eis. 

Jetzt also wird das passieren, wovon ich monate lang fantasiert habe. 

Mit wenigen, aber genau den richtigen Worten dirigiert er mich über seine Knie. Da liege ich nun in der klassischen Haltung quer über seinem Schoß. Mit den Händen und Füßen auf dem Fußboden abgestützt, den Hintern vorwitzig präsentiert. Im Moment noch völlig bekleidet. Wie oft habe ich mir das schon vorgestellt? Und jetzt passiert es endlich wirklich. Und wir haben ganz schön viel geackert, damit das Realität wird. Aber jetzt is endlich alles gut.

Dass die Shorts allerdings eine womöglich suboptimale Kleidungswahl waren, spüre ich schnell.

Er fängt zwar langsam - und fast möchte ich sagen: zärtlich – an mit dem Spanking. Aber die Shorts sind tatsächlich so kurz, dass in dieser gestreckten Haltung über seinem Schoß der komplette untere Bereich meines Pos frei liegt.

Und natürlich zieht das seine besondere Aufmerksamkeit auf sich. Und natürlich ist das der besonders sensible Bereich des Pos.

Sein Plan war, wie er mir gesagt hat, mich erst auf den „Hosenboden“ (Ja, ich nenne ihn nicht umsonst „Alter Mann“), dann auf die Unterhose und schließlich auf den nackten Po zu spanken.

Allerdings führt meine Kleiderwahl dazu, dass das Spanking genau genommen alle drei Phasen lang schon auf den Nackten geht. Die Entscheidung für den Stringtanga war da auch keine Hilfe.

Damit habe ich andererseits aber auch sein Konzept sabotiert. Ein nicht unerheblicher Teil des Reizes sollte darin bestehen, das Spanking durch das schrittweise Entblößen Phase für Phase intensiver spürbar zu machen, eben mit jeder Lage Stoff, die dann weniger zwischen seiner Hand und meiner Haut liegt.

Zum Glück ist der Alte Mann aber ein Meister der Improvisation. Ich habe das übrigens zuerst gar nicht bemerkt, als er sofort das Narrativ geändert hat, sobald ihm klar war, dass seine ursprüngliche Idee nicht hin haut. Das habe ich erst hinterher erfahren, als wir dann, als alles vorbei war, darüber gesprochen haben.


Seine Idee: Neuer Fokus beim schrittweise Entblößen lag nun einfach nicht mehr auf der physischen Ebene der Empfindung, sondern...

O.k., jede(r), der/die mich schon gelesen hat, weiß, welche Wirkung Spanking auf mich hat, insofern dürftet ihr vermutlich erraten, wohin das führt. Es stellt sich jedenfalls heraus, dass auch dieses Spanking seine Wirkung nicht verfehlt.

An sich ist es bei mir eine denkbar einfache Ursache-Wirkung-Beziehung. Wenn es hinten drauf ein Spanking gibt, wird es vorne automatisch feucht. Und zwar mal so richtig. Wir reden hier von feucht durch zwei Lagen Stoff.

Was ihm natürlich nicht entgeht, aufmerksamer Beobachter, der er ist. Also ist das das Thema. Meine Geilheit. Die mit jedem Kleidungsstück, das ich verliere, noch deutlicher sichtbar wird (und größer). Was er natürlich ausgiebig kommentiert. In einer sehr heißen Mischung aus mich damit aufziehen und dafür schimpfen.

Natürlich prüft er mit den Fingern regelmäßig auch nach, wie feucht ich bin. Das ist ein Klassiker unseres gemeinsamen Kopfkinos. In der Realität ist es noch krasser: Diese Mischung aus Schmerz, Ausgeliefertsein, Scham und bis in die Zehenspitzen kribbelnder Geilheit durch seine Worte und seine Berührungen. Seine Hände, seine Finger. Sie sind nicht nur schön, sondern auch unglaublich geschickt.

Als der Tanga dann auch unten ist, und mein Po, aber auch meine Vulva völlig frei liegen, werden seine Berührungen in den Spank-Pausen immer intensiver und fordernder. 

Tatsächlich dauert es nicht lange, und ich komme unter der Mischung aus liebkosenden Fingern und strafender Handfläche das erste mal. Es ist nur ein kleiner Orgasmus, aber er erwischt mich völlig auf dem falschen Fuß. Und wie er mich hinterher schimpft dafür. Was für ein gieriges Luder ich wäre. Und dass er mich später wohl noch viel strenger bestrafen müsse. 

Es ist eines dieser Bilder, die ich mir in den folgenden Tagen öfters vor dem inneren Auge erneut heraufbeschwöre:

Ich, wie ich schwer atmend mit nacktem, rot versohltem Po quer über seinem Schoß liege und gerade gekommen bin. Er, der mich dafür schimpft, und der selbst noch völlig angezogen ist. Sein siegesgewisses Grinsen im Gesicht. Er hat mir meinen ersten Orgasmus geschenkt, bevor er überhaupt sein erstes Kleidungsstück ausgezogen hat.


Danach befielt er mir aufzustehen. Ich gehorche. Stehe vor ihm. Untenrum nackt. Mit brennendem roten Hintern, gedemütigt und trotz des ersten Höhepunkts immer noch horny wie ein Bonobo auf Speed. Er lenkt seinen Blick auf den großen, feuchten Fleck, den ich auf seinen Oberschenkeln im Stoff der Jeans hinterlassen habe.

Wieder schimpft er mich dafür, schamlos, gierig und unbeherrscht zu sein. Ich soll mich in die Ecke stellen, natürlich mit dem nackten frisch geröteten Hintern zur Schau gestellt, Hände auf dem Kopf, während er schnell auf dem Klo verschwindet.

Als ich mich nach ein paar Minuten wieder umdrehen darf, steht er in Boxershorts und T-Shirt da. Ist natürlich meine Schuld, dass er die Hose ausziehen musste. Ebenso meine Schuld ist natürlich die imposante Beule, die sich da gebildet hat.

Ich lecke mir demonstrativ die Lippen, was mir prompt eine neue Standpauke einbringt. Den Text kennen wir ja schon. Schamlos, gierig etc. Dazu, um die Worte zu unterstreichen, setzt es weiter Klapse auf den Po. 

Als er damit fertig ist, zieht er mir das Top über den Kopf. Weil natürlich BH ohne Höschen albern aussieht, bin ich den einen Augenblick später auch los. Ohne Frage sieht man auch meinen Nippeln an, wie gut mir das alles hier gefällt.

Ihm auch. Zur Abwechslung hagelt es jetzt ernstgemeinte bewundernde Komplimente statt gespielten Ermahnungen. Was auch mal ganz schön ist. So ein bisschen wie eine warme Dusche. Nicht, dass es originelle oder jugendfreie Komplimente gewesen wären. Aber das Loblied auf meine Brüste, meinen Arsch, meinen Körper insgesamt geht trotzdem runter wie Öl. Und passend dazu zieht er mich zu sich her und nimmt mich in den Arm. Er steht hinter mir, an meinen Rücken geschmiegt. Seine Hände umfassen zunächst meinen Bauch. Bevor sie zielstrebig nach oben wandern. Er umfasst meine Brüste. Seine Lippen wandern zu meinem Nacken. Seine Hände auf meiner Haut, besitzergreifend auf meinen Brüsten, diese maskulinen Hände auf meinen weichen weiblichen Formen. Dazu seine Lippen. Ausgrechnet im Nacken natürlich. Ich hab ihm so viel verraten davon, was mich zum Schnurren bringt und er hat seine Hausaufgaben gemacht, das muss man ihm lassen. Sein Bart kitzelt. Bart ist neu für mich. Aber heiß irgendwie. Das alles führt dazu, dass ich ein wohliges Seufzen nicht unterdrücken kann. Auffordernd lasse ich mein Becken kreisen, reibe meinen Po an seinem Schritt. Wo ich seine harte Männlichkeit schon spüren kann. 

„Unartig“, sagt er nur. Um diesen erneuten Wechsel im Ton zu unterstreichen, übt er jetzt Druck mit den Fingern auf meine Brustwarzen aus. Leicht, nicht schmerzhaft, klemmt er sie zwischen Daumen und Zeigefinger, aber schon spürbar mit Potenzial für mehr.

Ich greife nach hinten, taste mich an ihn heran, will ihn endlich richtig spüren. Und ich bekomme ihn zu fassen. Seinen Schwanz. Durch den Stoff der Boxershorts hindurch. Bevor er sich versieht, habe ich ihn frei gelegt. Durch den Schlitz vorne in der Shorts hervor gezogen, so dass er jetzt frei stehen kann. Das muss doch gut tun, so aus dem Gefängnis befreit zu werden, oder? Aber er reagiert scheinbar gar nicht erfreut. Schmerz durchfährt meine Nippel. Ich schätze, da waren Fingernägel im Spiel.

"Aua!", sage ich mit gespielter Empörung.

„Was fällt dir ein, du gieriges Luder?!“ zischt er mich an. „Bist du etwa schon wieder geil?“

Er fasst mir recht grob zwischen die Beine. Wo seine Finger problemlos in mich eindringen können, so feucht, wie ich schon wieder bin. 

„Böses Mädchen, Du kannst es wohl gar nicht erwarten, was? Also gut. Auf die Knie.“

Er packt mich an der Schulter, wirbelt mich herum. Dann drückt er mich nach unten. Nicht, dass Druck nötig gewesen wäre. Da warte ich schon seit Ewigkeiten drauf. Und die Haltung vor ihm auf den Knien scheint die einzig Angebrachte gerade.

Ich knie also jetzt nackt vor ihm. Er trägt immer noch Shorts und T-Shirt. Allerdings ragt sein Schwanz vorne aufrecht und gerade aus dem Schlitz in seiner Unterhose heraus, genau über meinem Gesicht. 

Ich kann die Augen nicht davon nehmen. Wie oft habe ich mir schon ausgemalt, wie er wohl aussieht. Habe mir vorgestellt, was ich alles damit mache.

Seine Hand auf meiner Schulter hält mich noch zurück.

„Gefällt dir, was du siehst, du gieriges Luder?“

Soll ich lügen? Ja natürlich gefällt es mir. Also gut, reden wir wie versprochen über seinen Schwanz. Er ist tatsächlich ein schönes Exemplar. Ziemlich gerade mit einer leichten Aufwärtskrümmung. Unbeschnitten. Keine krassen Adern oder irgendwelche Hautunreinheiten. Von der Größe her normal. Nicht gerade klein, aber auch nicht riesig. Ich hab ihn natürlich nicht gemessen, aber ich schätze mal, irgendwo um die 16 cm Länge für alle, die das in Zahlen wissen wollen. Imposanter als die Länge ist übrigens die Dicke. 

Sein Busch ist getrimmt, aber nicht glatt rasiert. Hätte mich auch gewundert bei ihm.

So. An dieser Stelle werden jetzt Leute vielleicht den Kopf schütteln, aber es gibt eine Sache, die mir nicht so gut gefällt, und ich weiß, das ist das absolute Luxusproblem. Aber es ist so, sein Schwanz riecht nicht, außer nach Seife. Offenbar hat er sich eben auf dem Klo noch mal frisch gewaschen. Ja, Luxusproblem, weil besser überpenible Körperhygiene als mangelhafte. Und die meisten Typen haben eher Probleme in die zweite Richtung. Aber ich mag halt den Geruch von Penis. Nicht, wenn er streng riecht, natürlich nicht. Aber dezent finde ich diesen typischen Geruch einfach mega. Und er riecht leider stattdessen eben hauptsächlich nach Seife. Selbst, als ich ihn dann anfassen und die Vorhaut zurück ziehen darf, bleibt der Seifengeruch. Er war gründlich. Naja, ist eben so.

Aber auch seine Eichel ist wunderschön. Purpurn, feucht glänzend, groß, prall und geschwollen. Natürlich nehme ich ihn in den Mund. Und zum Glück schmeckt er wenigstens nicht nach Seife.


Es ist so: Er hat vorhin in den ersten 20 Minuten hinlänglich bewiesen, dass er auf meinem Körper spielen kann, wie ein Virtuose auf seinem Musikinstrument. Und das hat mich echt beeindruckt. Aber es fordert mich eben auch heraus. Ich will ihm hier jetzt also etwas beweisen. Ich mag Blowjobs. Das gehört zu meinen Lieblingsspielen. Und ich bin verdammt gut darin. Das weiß ich, weil es mir schon oft gesagt wurde. Und weil das Ergebnis in der Regel für sich spricht.

Ich lege mich also richtig ins Zeug. Ich lecke, ich lutsche, ich tease, ich sauge, ich nehme in tief in den Mund, ich spiele mit den Lippen sanft an seinen empfindlichsten Stellen. Dazu setzte ich beide Hände ein. Die eine reibt seinen Schaft, die andere kümmert sich um seine Hoden.

Er seufzt, er stöhnt, er murmelt versautes Zeug, aber er kommt nicht. Er kommt einfach nicht. Ich kann machen, was ich will. Es passiert nicht.

Irgendwann sagt er dann stopp. Ziemlich entsetzt schaue ich ihn an. Er bricht (m)einen Blowjob ab? Einfach so? Ist er ein Scheiß Magier mit eisernem Willen oder so?

Es klingt vielleicht blöd, aber das verunsichert mich jetzt plötzlich richtig. Bisher lief alles richtig gut ab zwischen uns. Perfekte erotische Harmonie. Aber jetzt habe ich das Gefühl, unzulänglich zu sein, versagt zu haben. Mein ganzes Selbstvertrauen in dieser Situation fällt in sich zusammen. Ich ducke mich weg, habe Angst, dass er mich jetzt sitzen lässt. Oder zumindest ernsthaft ausschimpft oder so.


Aber nein. Zum Glück spürt er meine Irritation. Meine wiederkehrende Unsicherheit. 

Er reicht mir die Hand, zieht mich zu sich hoch. Dann nimmt er mich in den Arm. Also so richtig. Ich habe ja schon was erzählt zu dem Körperbau seines oberen Torsos. Und ich bin eher schmal und zierlich. Seine Arme schlingen sich um mich. Ich schwör, wenn er Bizeps und Trizeps anspannt, entsprechen seine Arme im Umfang meinen Oberschenkeln. Mir bleibt fast die Luft weg. Ich habe das Gefühl, meine Füße verlieren den Kontakt zum Boden. So eine Umarmung ist das.

Er presst mich an seine Brust. Dann beugt er seinen Kopf zu mir herunter. Flüstert heißer ins Ohr:

„Das war sehr geil. Mach dir nichts draus, dass ich noch nicht gekommen bin, das liegt nicht an dir. Du hast alles richtig gemacht. Nur manchmal ist es halt schwierig bei mir.“

Inzwischen sind seine Lippen auf der gleichen Höhe wie meine. Er küsst mich auf den Mund. Dort, wo eben noch sein Schwanz drin war. Ohne Zögern oder irgendein Zeichen von Abscheu. Und er küsst gut. Er küsst gierig, fordernd, leidenschaftlich. Ich merke, wie ich mich wieder entspanne. 

„Lass uns was anderes versuchen. Du. Auf dem Bett. Ich auf dir.“ flüstert er, als er kurz von mir ablässt.

„In dir“, flüstert er nach dem nächsten Kuss. 


Unser erster Kuss war das übrigens. So gesehen auch eine Premiere. Also das war vermutlich das erste mal, dass ich den Schwanz eines Typen vor seiner Zunge in meinem Mund hatte. Aber wen schert heute das Protokoll?

Er bugsiert mich in Richtung Bett. Ich lasse mich einfach nach hinten fallen. Liege auf dem Rücken, sehe zu ihm auf, wie er vor dem Bett steht. Wie in der Mitte sein Penis aufragt. Wie der ganze Mann vor mir aufragt. 

Ich räkele mich demonstrativ. Er grinst mich an. Dann zieht er sein T-Shirt über den Kopf und pfeffert es irgendwo hin. Seine Boxershorts wandert ebenfalls auf den Fußboden. Und jetzt steht er nackt vor mir. Mit seinen grauen Strähnen im Bart, seinem Ringer-Kreuz und seinem Wohlstandsbäuchlein. Klar, vermutlich würde auch ich an der Stelle lieber einen schlank durchtrainierten jungen Mann mit definiertem Sixpack und 20cm-Penis beschreiben. Wie gesagt: er ist nicht mein bevorzugter Body-Type.

Aber wie ebenfalls schon gesagt: es ist nicht in erster Linie sein Aussehen, weswegen ich ihn so hart begehre. Und ich glaube, noch nie habe ich einen Mann so gewollt wie ihn jetzt gerade. 

Wobei, ja, natürlich, seine Massiveness ist schon heiß. Dass er mich einfach überwältigen könnte mit seiner schieren Kraft, wenn er es wollte. Vermutlich spielt die Physiognomie doch eine Rolle. Ein kleines schmächtiges Männlein würde für mich in der Rolle nicht funktionieren.

Aber er muss mich nicht überwältigen. Ich liege nackt und bereit für ihn auf dem Bett und will ihn eh. Was er natürlich nicht übersehen kann. Er kniet sich aufs Bett. Dann kommt er zu mir. Einen Augenblick später ist sein Mund wieder auf meinem. Er liegt auf mir, zwischen meinen Schenkeln. Ich spüre sein Gewicht, seine Wärme. Und die Härte seines Schwanzes, der sich an meinen Bauch presst. Ich umklammere mit den Armen seinen Rücken. Meine Beine winkle ich an, und verschränke meine Unterschenkel hinter seinem Becken. Ich schiebe ihn etwas nach unten, presse seinen Körper dann an mich: Jetzt liegt er perfekt. Er ist fast schon in mir.

„Gummi!“ knurrt er nur. Ich finde es gut, wenn Männer mitdenken. Ich hätte ihn vor lauter Begeisterung fast ohne in mich rein gelassen. Und ich nehme aktuell nicht mal die Pille. Verdammt, was macht dieser Mann mit meinem Hirn?

Nach einer kurzen Unterbrechung von etwa einer Minute oder so sind wir wieder an dem Punkt. Auch ein Pluspunkt an erfahrenen Männern. Die Sache mit dem Gummi ist nicht awkward.

Und dann dringt er in mich ein. Ich habe ja schon gesagt, sein Schwanz hat eine ordentliche Dicke. Perfekt würde ich fast sagen. Es fühlt sich so gut an, als er sich langsam in mich hinein schiebt. So langsam, dass ich jeden cm voll auskosten kann. 

Was der Mann mit meinem Hirn macht, hab ich gefragt? In den nächsten 20 Minuten oder so fickt er es mir jedenfalls nach allen Regeln der Kunst aus dem Schädel. Bis ich das zweite mal komme. Und dieses mal so richtig mit allem Drum und Dran. Als ich danach irgendwann realisiere, dass er mittlerweile neben mir auf dem Rücken liegt, sehe ich immer noch kleine Lichtblitze.

Nach ein paar Minuten komme ich dann wieder zu Atem und drehe mich zu ihm. Meine Hand sucht das Körperteil, das mir gerade diese Lust bereitet hat, und findet es immer noch steinhart mit einem Gummi drauf. Fragend schaue ich ihn an. 

„Bist du immer noch nicht gekommen?“


Erinnert ihr euch noch, was ich über Luxusprobleme gesagt habe?

Früher war ich oft frustriert, wenn es bei den Jungs so schnell gegangen ist. Und sie fertig waren, bevor ich auch nur in die Nähe meines Höhepunkts gekommen bin. Dass ist das Klischee, oder? Die Schnellspritzer-Jungs.

Aber der Punkt ist halt, wenn die Typen nicht total nutzlos sind, gibt es da gute Workarounds. In der Regel stehen Schnellspritzer auch schnell wieder. Und dann geht es nach ner kurzen Pause halt in Runde 2, wo sie in der Regel länger durchhalten. Bei Typen in meinem Alter kein Thema. Da geht das auch drei mal. Oft lass ich mich überhaupt erst in Runde 2 ficken. Runde 1 erledige ich dann zunächst mit der Hand oder mit dem Mund. Weil ich es tatsächlich extrem scharf finde, dabei zuzusehen, wenn ein Mann kommt. 

Und falls die Jungs dann doch irgendwann erledigt sind, und ich immer noch nicht fertig bin, haben sie ja auch Hände und Zungen. Bei all dem hab ich inzwischen auch gelernt, selbst recht schnell kommen zu können. Und wenn sie selbst damit noch überfordert sind, dann mache ich es mir eben selbst. 


Mit einem Mann, der mich jetzt schon zweimal zum Höhepunkt gebracht hat, ohne selbst zu kommen, war ich allerdings noch nie konfrontiert. Eigentlich ziemlich nice, die Vorstellung, aber ich fühle mich schon wieder schlecht und ja: auch irgendwie um meinen Triumph betrogen.

Er aber ist total lieb damit. Und er erklärt es mir. Wie er halt oft Probleme hat, loszulassen, wenn er das erste mal mit jemand Neuem im Bett ist. Meint, das gibt sich schon mit der Zeit. Ich soll mich einfach nicht unter Druck setzen. Und das ist wie gesagt total lieb, aber irgendwie auch wieder frustrierend. Weil dieses „das passiert schon mal, setz dich nicht unter Druck“ doch eigentlich unser Text ist, wenn bei den Kerlen etwas nicht klappt. Und weil es noch mehr von der Augenhöhe weg nimmt zwischen uns. 

Das weckt meinen Ehrgeiz natürlich erst Recht. Ich will ihm jetzt endlich auch beweisen, was ich drauf habe. Logisch, oder? Abgesehen davon, dass ich es ihm so sehr gönne.

Und so schlafen wir kurz darauf ein weiteres Mal miteinander. Wir beginnen, indem ich mich auf ihn setze. Ich meine, er hat das Gummi ja noch drauf und er steht noch wie ne 1, also warum Zeit verschwenden? Und ja, ich kann schon wieder. Unersättlich hat er das später genannt. Wir wechseln ein paar mal die Stellung. Zwischenzeitlich fickt er mich doggy. Was sich als einer der härtesten Ficks entpuppt, den ich je hatte. Und was ich tatsächlich noch eine Weile spüren werde. Zu guter Letzt sitze ich wieder auf ihm. Und ich kann nichts dafür, ehrlich. Es ist seine Schuld: Als er mir erst im Takt zu den Stößen herzhaft auf den Hintern klatscht, gibt es kein Halten mehr. Ich komme das dritte mal, als er schließlich anfängt, meine Brustwarzen zwischen seinen Fingern zu rollen.

Drei zu null, quasi. Und ich bin mittlerweile ein bisschen wund. Er hält mich im Arm, als ich danach neben ihm liege und die Decke anstarre. Er versichert mir nochmal, dass es o.k. ist für ihn. Sein Schwanz ist inzwischen nicht mal mehr richtig steif. 

Aber verdammt, für mich ist es nicht o.k. Also sage ich ihn, dass es sehr wohl meine Schuld ist, weil ich es nicht richtig gemacht habe. Und dass er mich dafür bestrafen soll. Er schaut recht irritiert, aber als ich ihn frech angrinse und meine, es habe ihm doch vorhin so gut gefallen, mir den Arsch zu versohlen (Zitat), versteht er, worauf ich hinaus will.

Ich lege mich also freiwillig ein zweites Mal über seinen Schoß. Er richtet sich auf, so dass er auf dem Bett sitzt. Und er beginnt wieder mir den Po zu versohlen. 

„Es tut mir leid“, sage ich.

„Was tut dir leid?“

„Dass ich mir nicht genug Mühe gegeben habe.“

„Soso. Und tut es dir auch leid, dass du ein gieriges Luder bist?“

„Ja, das auch!“

„Dass du dir hier Orgasmus nach Orgasmus gönnst, aber mich einfach stehen lässt!“

„Es tut mir leid!“

"Ich werde dafür sorgen, dass es dir leid tut, glaub mir!"


Ja, er versohlt mir den Hintern, und das weniger zimperlich als beim ersten Mal. Ich wimmere brav und lasse pflichtbewusste Auas und Ohas ertönen.

Irgendwann lässt er von mir ab. 

„Bring es zu Ende!“ meint er nur, als er sich auf den Rücken fallen lässt. „So, dass ich deinen roten Hintern sehen kann!“

Ich knie mich also neben ihn, mit dem Po zu ihm. Sein Schwanz steht wieder. Ich ziehe im das Gummi runter, und nehme ihn direkt in den Mund. 

„Mit der Hand!“, meint er nach ein paar Minuten. „Ich bin ziemlich überreizt. Mit dem Mund ist zu intensiv gerade.“


Was soll ich sagen? Schlussendlich gelingt es mir doch noch. Er schreit seine Erleichterung regelrecht hinaus, als er sich heftig auf seinen Bauch ergießt. Ich grinse zufrieden, als ich sehe, wie es aus ihm erst heraus spritzt und dann quillt. 


Ehre gerettet!

Mittlerweile gewittert es draußen recht beeindruckend. Durch die offene Balkontür kommt jetzt frische. kühle Luft herein, mit diesem typischen Regen-Geruch.

Er bleibt noch fast eine Stunde. Wir liegen zusammen auf dem Bett. Wir kuscheln. Und reden. Und küssen. Und streicheln. 

Und verabreden uns direkt für übermorgen.